IGEL

(Individuelles Gemeinsames Eigenverantwortliches Lernen)

Zwei Jahre „IGEL“ liegen hinter uns – zweimal pro Woche beginnt in den 5. und 6. Klassen der Schultag auf diese Weise: anders und herausfordernd.

Im Folgenden fasse ich kurz unsere Erfahrungen mit „IGEL“ zusammen: Erfreulicherweise haben sich unsere Erwartungen hinsichtlich des selbständigen Arbeitens unserer Schülerinnen erfüllt. Die diesjährigen Sechstklässlerinnen sind eigenständiger geworden und haben gelernt, sich besser zu organisieren, was sich auch positiv auf das Arbeitsverhalten außerhalb von IGEL auswirkt. Wo früher noch öfter langwierige Erklärungen nötig waren, etwa dass die Arbeitsaufträge sorgfältig gelesen werden sollten und wie diese zu verstehen sind, können wir die Schülerinnen bei Bedarf auf ihre neu erworbenen Fähigkeiten hinweisen und sie zur Selbsttätigkeit ermuntern, wessen sie dann auch nachkommen. Sie haben mehr Spaß daran, selbstständig zu arbeiten, da sie durch das Arbeiten in IGEL erste Erfolge erzielt haben und diesbezüglich Selbstsicherheit erwarben. Aus der Lernforschung ist bekannt, dass die „Selbstwirksamkeit“ ein wesentliches Merkmal beim erfolgreichen und effizienten Lernen darstellt. Wenn die Schülerinnen verinnerlichen, dass sie mit ihrem Einsatz etwas erreichen können, erhöht sich die Selbstsicherheit und auch der Spaß an der Herausforderung, neues Wissen zu erwerben.

Inzwischen können sie davon ausgehen, den neuen Ansprüchen „Herr zu werden“ und ihnen genügen zu können. Neben der fachlichen Bildung ist uns mit der Methode IGEL daran gelegen, auch Fähigkeiten zu schulen wie Zeitmanagement, Teamfähigkeit und die Organisation des Lernens.

Anhand eines Feedback-Fragebogens konnten wir eruieren, dass den Schülerinnen in der sechsten Klasse das Arbeiten in IGEL-IT besonders viel Vergnügen bereitet hat. Was uns mit gewissem Stolz erfüllt, da wir die einzige Schule sind, die den Vorstoß gewagt hat, in IT diese Methode anzubieten. Im Großen und Ganzen befürworten die Kinder diese neue Lernform. Viele schätzen es, dass sie selbständig arbeiten können – auch die freie Zeiteinteilung der Aufgaben wird als positiv empfunden. Sie erkennen das Erziehungsziel hinter IGEL, wenn sie postulieren: „In IGEL lerne ich, selbstständiger zu arbeiten.“ Dass IGEL eine „gute Sache ist“(Item), bejaht ein Großteil der Schülerinnen.

Die Methode, die wir in und mit IGEL anwenden, führt kein Inseldasein innerhalb unseres schulischen Unterrichts, vielmehr schlägt dies Wellen, so dass das eigenverantwortliche Lernen auch in den höheren Klassenstufen fortgesetzt und gut angenommen wird. Im Wahlfach IT-EDCL in der achten und neunten Jahrgangsstufe bearbeiten Schülerinnen anhand von Lernmaterialien selbstständig die einzelnen Module zum Europäischen Computerführerschein und melden sich eigenverantwortlich zu den jeweiligen Prüfungen an, wenn sie meinen, den Stoff gut genug zu beherrschen. Darüber hinaus erstellen sie selbstständig Lernunterlagen, die sie wiederum ihren Mitschülerinnen zur Verfügung stellen, was dem Prinzip Lernen durch Lehren entspricht.