„Und täglich grüßt das Murmeltier“

Das Fach Musik in Zeiten von Corona: Auf neuen Wegen im Homeschooling

Ein Online-Exklusivinterview mit Herrn von der Nahmer von den Münchner Philharmonikern

 

Wie unterrichtet man das Fach Musik, das vom gemeinsamen Musizieren, also zum Großteil von der Praxis lebt, in Zeiten von Corona?

Vor Corona stellten Konzerte, Theateraufführungen und andere diverse Veranstaltungen an der Schule immer eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag dar. Deshalb müssen gerade praxisorientierte Fächer neue Formate finden, um den Unterricht anschaulich zu gestalten und um die SchülerInnen einzubinden.

In Vor-Corona-Zeiten begaben wir uns mit den Schülerinnen zu den Orten des Geschehens oder externe Referenten besuchten im Gegenzug unsere Schule, um mit den Schülerinnen Projekte zu verwirklichen.

Glücklicherweise unterrichte ich an einer Schule, welche über ein gut-funktionierendes Videokonferenztool verfügt, mittels dessen man unter anderem Experten unterschiedlicher Couleur ins virtuelle Klassenzimmer einladen kann.

Somit entstand die Idee, einen Berufsmusiker für ein Interview zu gewinnen. Hierfür konnte ich Herrn von der Nahmer, Cellist bei den Münchner Philharmonikern, begeistern, dessen Anliegen es ist, vor allem der jüngeren Generation klassische Musik nahezubringen. Deshalb konnte man unser Vorhaben als „Win-win-Situation“ begreifen.

Fünf Schülerinnen der Klasse 6c erklärten sich bereit, das Interview mit Herrn von der Nahmer zu führen. Um einen gewissen Rahmen zu setzen, forderte ich die Schülerinnen auf, mir im Vorfeld des Interviews Fragen einzureichen. Zudem übte ich mit den fünf Moderatorinnen der 6c an einem Freitagnachmittag in einer Videokonferenz das Interview gemeinsam ein. Um zu vermeiden, dass die übrigen Schülerinnen während des Interviews nur passiv rezipieren, erhielten diese von mir die Interviewfragen und einen zugehörigen Arbeitsauftrag. Ihre Aufgabe war es, während des Interviews stichpunkartig die Antworten von Herrn von der Nahmer zu notieren.

Am Dienstag, den 26. Januar, war es dann so weit: Zunächst hieß Isabella Herrn von der Nahmer herzlich willkommen und stellte ihre Mit-Moderatorinnen vor. Im Anschluss daran interpretierte Herr von der Nahmer den ersten Satz aus der Cello-Suite in C-Dur von Johann Sebastian Bach. Für einen kurzen Moment kamen wir alle in den Genuss eines Live-Konzerts. Auf souveräne Art und Weise führten daraufhin Valerie, Marie, Fiona und Frida mit Herrn von der Nahmer das Interview. Die Schülerinnen erfuhren von ihm, dass er schon immer Cellist werden wollte und aus einer sehr musikalischen Familie stammt- der Großvater war Dirigent, seine Frau Opernsängerin. Dass der Satz „früh übt sich, wer ein Meister werden will“ auch auf Herrn von der Nahmer zutrifft, konnte man seiner Antwort zu den täglichen Übungseinheiten entnehmen. Zwei bis sechs Stunden am Tag muss man mit seinem Instrument verbringen, um sehr gute Ergebnisse zu erzielen. Auftrittserfahrung sammelte Herr von der Nahmer schon in frühen Jahren mit seinen beiden Brüdern. Vor allem Altersheime boten dem jungen Cellisten die Chance, sich vor einem Publikum auszuprobieren. Natürlich interessierten sich die Schülerinnen auch dafür, wie man mit Lampenfieber umgeht. Herr von der Nahmer berichtete, dass er, aber auch seine Kollegen und Kolleginnen vor dem Auftritt oftmals noch Traubenzucker essen, um fit zu sein. Die Aufregung sei vor Konzerten mit seinem Streichquartett, also in kleinerer Besetzung, größer als mit dem großen Orchester. Eine weitere Frage bezog sich auf den Umgang mit Missgeschicken, die jedem Musiker während eines Konzerts unterlaufen können. Hierbei konstatierte Herr von der Nahmer, dass man - im Falle eines Fehlers – dem Kollegen bzw. der Kollegin am Nachbarpult einen bösen Blick zuwerfen solle. Eine unserer Moderatorinnen, Fiona, die selbst gerne auf Reisen geht, erkundigte sich danach, in welchen Städten und Ländern Herr von der Nahmer bereits aufgetreten sei. Asien, Europa sowie Amerika seien jährliche Destinationen für die Münchner Philharmoniker. Städte wie New York, London und Paris seien besonders beliebte Auftrittsziele. In seiner zwanzigjährigen Konzertkarriere könne er auf circa 2000 Auftritte zurückblicken. Davon, dass ein Musiker hin und wieder auch Stuntman-Qualitäten unter Beweis stellen muss, zeugen Filmaufnahmen auf Hawaii: Herr von der Nahmer musste mit seinen Kollegen aus einem Flugzeug springen. Doch auch zum Instrumentenbau konnte Herr von der Nahmer den Mädchen Rede und Antwort stehen. So wurde deutlich, dass zum Bau eines Violoncellos unterschiedliche Holzarten verwendet werden: Die Decke bestehe aus Fichten-, der Boden aus Ahorn-, Griffbrett, Seitenhalter und Wirbel aus Ebenholz. Von unserer Schülerin Frida befragt, was das teuerste Violoncello wohl koste, antwortete Herr von der Nahmer, dass die Violoncelli des italienischen Geigenbaumeisters Antonio Stradivari die teuersten seien: Kostenpunkt zwischen fünf und zehn Millionen Euro. Sogar der Cellobogen könne bis zu hunderttausend Euro kosten.

Schnell wurde klar, dass ein Instrument – ähnlich wie ein Bild – eine Wertanlage darstellen und im Wert sogar noch steigen kann.

Auch auf das Aufnahmeverfahren bei den Münchner Philharmonikern kam Herr von der Nahmer zu sprechen. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass es sehr viele Bewerber gebe, die sich einem harten Auswahlverfahren stellen müssten, um in das Orchester aufgenommen zu werden.

Nachdem einzelne Mädchen noch die Gelegenheit genutzt hatten, um Herrn von der Nahmer individuelle Fragen zu stellen, beendete dieser das Interview mit einem Stück aus dem Karneval der Tiere, in dem das Violoncello den Schwan verklanglicht.

Kennenlernen musikalischer Charaktere anhand der Dreigroschenoper

 

Ein Unterrichtsprojekt mit der Klasse 6b

Bekanntlich richtet sich die Dreigroschenoper eher an Schülerinnen der höheren Jahrgangsstufen, die sich im Fach Deutsch mit dem Schriftsteller Bertolt Brecht und im Fach Musik mit dem Komponisten Kurt Weill auseinandersetzen.

Die Tatsache, dass Bertolt Brecht und Kurt Weill die Opernwelt eines Georg Friedrich Händel auf ironische Art und Weise beleuchten, lässt diesen Stoff so attraktiv für die oberen Jahrgangsstufen erscheinen. Zudem entstammen die Akteure auf der Bühne so ganz und gar nicht dem Milieu, das man ansonsten den gängigen Opernlibretti entnehmen kann. Es sind vor allem korrupte Machenschaften, welche die handelnden Personen miteinander verbinden. Brecht und Weill halten somit der feinen Gesellschaft den Spiegel vor Augen und bringen mit der Dreigroschenoper gleichsam ein Stück Realität der Weimarer Republik auf die Bühne. Hierbei soll das Publikum zu einer kritischen Reflexion über die gesellschaftlichen Zustände angeregt werden.

Einhergehend mit dieser Intention treten nicht Sänger, sondern Schauspieler in der Dreigroschenoper auf, durch deren Gesang und Auftreten bewusst opernhafte Elemente konterkariert werden.

Umso spannender erschien es mir im Zuge eines differenzierenden Unterrichts, Schülerinnen der Klasse 6b an die Dreigroschenoper heranzuführen. Hierzu wurden musikalische Schlüsselszenen – „Lied der Seeräuber-Jenny“ oder die „Moritat von Mackie Messer“ - ausgewählt, in welchen die Protagonisten sowie Protagonistinnen der Dreigroschenoper zum Einsatz kommen. Mittels eines Comics, der den Handlungsverlauf visuell verdeutlicht, und eines kurzen Hörspiels konnten die Schülerinnen der Klasse 6b die einzelnen Charaktere kennenlernen sowie den Handlungsstrang der Dreigroschenoper nachvollziehen. Im Anschluss an den Hörausschnitt sollten die Schülerinnen mit Hilfe einer vorgegebenen Mindmap die Beziehungsmuster zwischen den Handelnden optisch verdeutlichen. Im Nachgang wurden die Schülerinnen dazu aufgefordert, sich für einen Charakter aus der Dreigroschenoper zu entscheiden und diesen zeichnerisch umzusetzen. Einen Ausschnitt an eingereichten Arbeiten zeigt die folgende kleine „Ausstellung“:

Schülerinnen gestalten zahlreiche Ostergrüße für das Seniorenwohnstift am Entenbach

Besonders in schweren Zeiten ist es wichtig Solidarität zu zeigen, an andere zu denken und sich zu unterstützen. So kam es, dass die Erzbischöfliche Maria-Ward-Realschule Nymphenburg dem Aufruf einer jungen Frau folgte, die bei nebenan.de, eine Website, die Nachbarschaftshilfe organisiert, die Idee hatte, zum Osterfest liebe Ostergrüße an die Bewohner des Seniorenwohnstifts am Entenbach zu verschicken.

Dank der Unterstützung der Schülerinnen konnten zahlreiche, insgesamt 402 an der Zahl, liebevoll gestaltete Bilder, Briefe und Karten von Seiten der Schule an das Seniorenwohnstift übergeben werden. Durch den großen Zuspruch gelang es allen 450 Bewohnern zu Ostern liebe Ostergrüße sowie ein Schokoladen-Osterei zu überreichen.

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Projekt Schuldenprävention 

„Früh übt sich!“, der Volksmund weiß dies schon lange. Weil dieser Aspekt im Umgang mit Finanzen eine wichtige Rolle auch für Jugendliche spielt, wurde ein Praxistag zur Schuldenprävention von der Stadtsparkasse München in Kooperation mit der Caritas in der Klasse 9b durchgeführt.

Für dieses Projekt notierten sich die Schülerinnen vier Wochen zuvor alle ihre Einnahmen und Ausgaben. Dazu zählten auch Ausgaben, die ihre Eltern für sie übernahmen. Das Ergebnis überraschte die Schülerinnen: Im Durchschnitt gab jeder von ihnen ca. 442,00 € aus.

Ein weiterer Arbeitsauftrag sollte den Schülerinnen bewusst machen, welche Kosten mit dem ersten eigenen Auto und der ersten eigenen Wohnung verbunden sind.

Des Weiteren durften die Schülerinnen in zwei Rollenspielen selbst aktiv werden. Einerseits wurde ein Beratungsgespräch bei einer Bank für eine Kreditaufnahme durchgeführt. Andererseits wurde die Möglichkeit der Schuldnerberatung als Ausweg einer Verschuldung aufgezeigt.

Insgesamt empfanden die Schülerinnen den Tag als sehr informativ und sehr hilfreich für das spätere Leben.

Künstlerin und Kunst zum Anfassen

Eine etwas andere Kunststunde als gewohnt erlebte die Klasse 6 c

am 22. Januar:

Die in München lebende Künstlerin Veronika Krobs war zu Gast und erzählte lebendig und hautnah, was es heißt, als freischaffende Künstlerin zu arbeiten, nämlich: sich neben der Malerei und dem Vermarkten der Bilder auch um Materialbeschaffung, Teilnahme an Ausstellungen und Messen, Dokumentation der Bilder für Kataloge und vieles andere mehr zu kümmern,

Die Schülerinnen hatten viele Fragen, u.a.:

Wie lange brauchen Sie für ein Bild ?“
Woher haben Sie die Ideen für ein Bild ?“
Wie entsteht der Preis für ein Bild ?“
Wieviel kostet dieses Bild hier ?“

Sehr anschaulich belebte Frau Krobs ihre Ausführungen mit Originalen, Fotos von Bildern und von ihrem Atelier, von Ausstellungen und von Mal­Workshops, die sie geleitet hat.

Am Ende stieg sie in ihre „Lieblingsmalhose“ und ihre Arbeitsschuhe und führte an einer mitgebrachten Staffelei praktisch vor, wie sie peu à peu eine graue Pappe in ein abstraktes Bild mit leuchtenden Farben und unter­schiedlichen Strukturen verwandelt.

Eine echte Künstlerin - und dazu Kunst zum Anfassen!

Wer noch mehr über Frau Krobs erfahren möchte: veronikakrobs.de

Ausflug in die Steinzeit

Ein besonderer Wandertag

Dass Archäologie unglaublich spannend sein kann, davon konnten sich die Schülerinnen der 6. Klassen der Realschule selbst überzeugen. Der Wandertag entführte sie nämlich unter der Leitung von Lothar Breinl auf eine kleine Zeitreise in die Steinzeit. In einem kurzweiligen und anschaulichen Vortrag zeigte der Archäologe den Mädchen steinzeitliche Ausgrabungsstätten und erklärte ihnen zunächst, wie die Steinzeitmenschen wohnten und bestattet wurden.

Aber Theorie ohne Praxis ist nichts und so waren es vor allem die praktischen Einblicke in das Leben der Steinzeitmenschen, die die Schülerinnen nachhaltig beeindruckten. Zu ihrem großen Erstaunen entfachte Lothar Breinl vor ihren Augen mithilfe von Zunder und zwei aufeinander geschlagenen Feuersteinen in Sekundenschnelle eine Glut. Vom heute in Süddeutschland raren Feuerstein konnte man darüber hinaus mit etwas Geschick messerscharfe Kanten abgeschlagen, die zum Erstaunen der Schülerinnen nicht nur durch doppelt gefaltetes Leder wie durch Butter schnitten, sondern mit denen sich auch Haare problemlos kürzen ließen. Mit großer Begeisterung schliffen die 6. Klässlerinnen Muscheln zu Perlmuttschmuck, verzierten Pfeile mit Naturfarben und stellten Gefäße und einfache Spiele aus Ton her. Die Experimentierfreudigsten fanden sogar heraus, dass sie mithilfe der von ihnen selbst zusammen gesetzten steinzeitlichen Bohrmaschinen nicht nur Löcher in Holz sondern mit etwas Geduld sogar in Steine bohren konnten. Manchmal sieht Glück am Wandertag so aus.