“Kia ora – Welcome to Munich“: Besuch aus dem fernen Neuseeland

Vom 07.04.-10.04.2016 besuchte uns bereits zum dritten Mal eine Schülergruppe aus dem fernen Neuseeland. Während eines viertägigen Zwischenstopps in München wurden die Schülerinnen und Schüler des Pompallier Catholic College in Whangarei (Nordinsel Neuseelands) von den Mädchen der 10. Klassen unserer Schule beherbergt. Gleich nach der Ankunft in München und dem Transfer nach Nymphenburg konnten sich unsere Gäste zusammen mit ihren Gastgeberinnen an einem sehr liebevoll hergerichteten Frühstücksbuffet in unserem Tagesheim stärken. Nach anfänglichen sprachlichen Hürden legte sich die erste Schüchternheit sehr schnell, so dass sich schon bald ein buntes, angeregtes Sprachengewirr entfaltete. Besonders gut kam dabei ein spielerisches Speed Dating unter beiden Schülergruppen an, bei dem im minütlichen Wechsel die neuseeländischen Schüler immer ihren Platz gegenüber einer unserer Schülerinnen wechseln mussten und sich somit alle Gäste und Gastgeberinnen einander vorstellen konnten.

Am darauffolgenden Tag verbrachten die Schüler aus Down Under den Vormittag an unserer Schule, nahmen am Unterricht teil und lauschten den Präsentationen unserer Schülerinnen. Die neuseeländische Reisegruppe hatte auch einige Präsentationen für ihre Gastgeberinnen vorbereitet, um ihr Land und ihre Schule vorzustellen. Höhepunkt der Darbietungen war sicherlich der in Maori, der Landessprache der Ureinwohner Neuseelands, vorgetragene Schulsong. 

 

Anschließend erkundeten unsere Gäste gemeinsam mit ihren Gastgeberinnen die verschiedensten Sehenswürdigkeiten, die München zu bieten hat. So besuchte man beispielsweise gemeinsam, neben einer englischsprachigen Stadtrundfahrt, die Alte und die Neue Pinakothek sowie die Innenstadt. Im Rahmen ihrer Europareise brach die Reisegruppe dann, nach vier Tagen in unserer Landeshauptstadt, zu ihrer nächsten Station nach Salzburg auf. Am Tag ihrer Abreise überreichte unsere Schulleiterin Fr. Wucholt zum Abschied ein Lebkuchenherz als kleines Gastgeschenk an unsere Gäste, das die Jugendlichen aus dem fernen Neuseeland an ihren Besuch in München und die bayerische Gastfreundschaft erinnern soll. Neben den kulturellen Eindrücken und der Tatsache, dass unsere Schülerinnen ihre Englischkenntnisse auf besondere Weise anwenden und erweitern konnten, waren es aber vor allem die persönlichen Kontakte, die diesen Besuch so bereicherten. Bei diversen privaten Ausflügen und Aktivitäten wurden zwischen unseren Gästen aus Übersee und unseren Mädchen neue Freundschaften geknüpft und fleißig e-mail-Adressen und Handynummern ausgetauscht. Das Fazit dieses Besuchs fiel sehr positiv aus und mehrere Schülerinnen unserer Schule beabsichtigen bereits, den neu gewonnen Freunden einen privaten Besuch in Neuseeland abzustatten und deren Kultur hautnah zu erleben. Aufgrund unserer Kontakte besteht für unsere Schülerinnen auch generell die Möglichkeit, bei Interesse die neuseeländischen Schule in Whangarei zu besuchen und bei einer Gastfamilie untergebracht zu werden. Die Maria-Ward-Realschule bedankt sich bei allen Gastgeberinnen für die herzliche Betreuung unserer Gäste aus Neuseeland!

 

 

Besuch aus Afrika

Knapp vier Wochen lang hat missio im Oktober Projektpartner aus Tansania zu Gast. Sie berichten bei Veranstaltungen und in Vorträgen von der Situation der Christen in ihrer Heimat. Im Rahmen der Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit steht Tansania im Oktober dieses Jahres als Beispielland im Mittelpunkt. Am 25. Oktober 2015 feiert missio den Sonntag der Weltmission.

Am Montag, dem 12.10.2015 besuchte uns die Generaloberin Sr. Pudentiana Levina Kirungo der St.-Theresia-Schwestern aus Bukoba, um die Mädchen der 6. bis 8. Klassen in der Aula über das Wirken und die Ziele ihrer Ordensgemeinschaft und allgemein über das Leben in Tansania zu informieren. Die Region Bukoba liegt im Norden Tansanias, am Westufer des Victoriasees.

Am 9. Dezember 1961 wurde Tanganjika von der Kolonialmacht Großbritannien unabhängig, verblieb aber im Commonwealth. Damit endete eine lange Zeit der Fremdbestimmung durch europäische Mächte. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stand das Festland zunächst unter kolonialer Hoheit Deutschlands, später dann unter britischer Herrschaft. 1964 wurde das Land Tanganjika mit der der Küste vorgelagerten Inselgruppe Sansibar unter dem Namen Tansania vereinigt. Mit seinen 945.087 Quadratkilometern Fläche ist das Land fast dreimal so groß wie Deutschland – mit mehr als 49 Millionen Einwohnern. Rund 43 Prozent der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, das Land rangiert auf Platz 159 von 187 beim Entwicklungsindex. Soziologisch bedeutend ist auch, dass es rund 120 verschiedene Ethnien im Lande gibt. Insgesamt gehören fast 14 Millionen Menschen der katholischen Kirche an. Die Gesellschaft in Tansania vollzieht einen Spagat: Frauen in der Großstadt orientieren sich an Vorbildern aus Europa und den USA, während auf den Dörfern Zwangspraktiken wie Beschneidungen vollzogen werden. Daneben haben religiöse Spannungen in den vergangenen Jahren in Tansania deutlich zugenommen. Das Frauenbild spiegelt ebenso die gesellschaftlichen Umbrüche wider: auf der einen Seite die moderne tansanische Frau der Großstadt, die sich frei fühlt und emanzipiert lebt, auf der anderen Seite die Frau, die in den Dörfern seit Jahrhunderten teilweise massiven Unterdrückungen ausgesetzt ist.

Sr. Pudentiana will mit ihren Mitschwestern vor allem den Mädchen eine Chance auf eine gute Zukunft geben. „Wir brauchen in Afrika Stimmen, die die Rechte der Frauen verteidigen.“, ist sie überzeugt. Die Region Bukoba weist zahlreiche Probleme in Politik und Gesellschaft auf, wovon vor allem Mädchen und Frauen betroffen sind. In den 1990er Jahren gelangten zahlreiche Flüchtlinge aus den Nachbarländern Ruanda, Burundi und Uganda nach Tansania. Dazu kommen noch die Auswirkungen von HIV und Aids, infolgedessen werden viele Kinder zu mittellosen Waisen mit sehr schlechten Zukunftsaussichten. Hinzukommt, dass Mädchen traditionell, vor allem auf dem Land, früh – oft im Alter von 13 Jahren – verheiratet werden. Mit der Gründung und Leitung von Schulen auf dem Lande wirken die St.-Theresia-Schwestern diesen Entwicklungen entgegen. Sie geben den Kindern nicht nur ein schützendes Dach über den Kopf und ausreichend Nahrung, sondern auch eine Ausbildung an die Hand, sodass sie nach dem Schulabschluss entweder durch die Ausübung eines Berufes auf eigenen Füßen stehen können oder dass sie ein Studium aufnehmen können. All dies kommt letztendlich der positiven Entwicklung des gesamten Landes zugute.

Seit zwei Jahren unterstützen die Schülerinnen durch verschiedenartige Spendenaktionen immer wieder den Verein „Jambo Bukoba“ und seit dem vergangenen Schuljahr gelangen mit der Einrichtung eines „Eine-Welt-Kiosks“ die erwirtschafteten Überschüsse aus dem Verkauf von „fair-trade-Produkten“ ebenfalls an den Verein „Jambo Bukoba“. Mit einem einzigartigen Sportkonzept hilft dieser Verein die Schul- und Unterrichtsqualität in Tansania entscheidend zu verbessern. Die Schüler/innen erzielen gute Noten, sind besser über HIV/AIDS aufgeklärt, behandeln sich gegenseitig mit Respekt und Wertschätzung, agieren selbstbewusster und trauen sich, für ihre Interessen einzustehen (speziell Mädchen!).

Alle Schülerinnen hörten dem englischen Vortrag aufmerksam zu, verschiedene Mitarbeiterinnen von missio übersetzten dies synchron ins Deutsche. Aufgelockert durch die Demonstration von handgefertigten Produkten, durch einen Filmbeitrag und durch viele Bilder konnten die Mädchen so einen lebendigen Einblick in das Leben von Kindern in Tansania gewinnen. Anschließend durften sie viele neugierige Fragen an Sr. Pudentiana stellen, die diese gerne beantwortete.